
Auf dem Puppenstern gab es zwei Verbote.
Zurück zur Erde zu kehren. Und sich in das Leben der Menschen einzumischen.
Der Kapitän des Puppensterns hatte diese Regeln stets streng eingehalten.
Er wusste, was geschah, wenn Menschen von Wesen aus der Welt der Träume erfuhren.
Selbstsucht, Gier, Verwirrung. Wenn Menschen etwas Schönes entdeckten, zerbrachen sie es manchmal.
Die Regeln waren da, um genau das zu verhindern.
Hinter diesen Regeln verbarg sich eine weitere Geschichte, die niemand gern aussprach.
In dem Moment, in dem ein Kind heranwuchs und sich von seiner Puppe entfernte, erhielten die Puppen, die zum Puppenstern zogen, das ewige Leben.
Das war der erste Abschied. Traurig, aber kein endgültiger Abschied.
Doch wenn eine Puppe das Verbot brach, zur Erde zurückkehrte und ein weiteres Mal Abschied nehmen musste, war es anders.
Eine Puppe, die einen zweiten Abschied erlebte, erhielt nicht das ewige Leben, sondern völliges Vergehen.
In niemandes Erinnerung bleibend. Ohne irgendwo auf der Welt eine Spur zu hinterlassen. Als hätte es sie von Anfang an nie gegeben.
Das war das traurige Geheimnis, das hinter der Regel verborgen lag.
Wusste Muffin von diesem Geheimnis?
Sie wusste es nicht. Sie dachte nur, sie würde Ärger bekommen, wenn sie die Regel brach.
Vom Kapitän gescholten und zurück zum Puppenstern gerufen werden, mehr nicht. In jener Nacht, als sie das Rezeptbuch fest umklammerte und in den Zug stieg, war das alles, was ihr durch den Kopf ging.
Maples leere Seiten. Die Küche, allein zurückgelassen. Die Stimme, die murmelte, der Geschmack fühle sich leer an.
Das alles wog schwerer als alles andere.
Der Schaffner stellte ihr noch eine letzte Frage.
Wenn du jetzt gehst… kommst du vielleicht nie zurück. Bist du dir wirklich sicher, dass du es nicht bereuen wirst?
Trotzdem zögerte Muffin nicht. Sie stieg einfach aus dem Zug.
Vor dem Fenster entfernte sich der Puppenstern. Das Sternenlicht wurde immer kleiner.
Und Muffin flog zu Maple, die sich nicht mehr an sie erinnerte.


